Allgemein

Du bist nicht vom Mars. Du bist einfach nur bequem.

Drei Uhr morgens.

Du liegst wach neben ihr.

Sie schläft.

Sie hat ein fiedliches Gesicht.

Du dagegen starrst an die Decke.

Wie ein Mann, der im Kopf eine Steuererklärung durchrechnet.

„Wieso ist das eigentlich so anstrengend?“

Wieso fühlt sich jedes zweite Gespräch an wie eine UN-Friedensverhandlung?

Doch dann kommt er.

Der Gedanke.

Zwischen Schäfchenzählen und Grübeln.

Ist doch logisch.

Sie ist eine Frau, ich bin ein Mann.

Zwei verschiedene Planeten.

Kann man nix machen.

Ich kenne diesen Gedanken.

Öfter, als ich zugeben will.

Er ist bequem.

Wie eine ausgeleierte Jogginghose, die du längst hättest entsorgen sollen.

Und genau dieser Gedanke, hübsch verpackt in ein Buch, das seit über 30 Jahren in jedem zweiten Haushalt steht.

Zwischen Kochbüchern und Steuerunterlagen.

Dieses Buch hat mehr Männer in die emotionale Frührente geschickt, als die meisten zugeben wollen.

Ich rede von "Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus".

Und ich sag's dir gleich: Was jetzt kommt, macht dich vielleicht unbeliebt in deinem Männer Stammtisch.

Lies trotzdem weiter.

Es lohnt sich.

Versprochen.

Ein Mann ohne echten Doktortitel erklärt der Welt die Liebe


Fangen wir an mit der Frage, die eigentlich jeder zuerst stellen sollte, bevor er sein Beziehungsleben nach einem Buch ausrichtet.

Wer ist dieser Typ überhaupt?

John Gray nennt sich Doktor.

Klingt nach Laborkittel.

Nach jahrelanger Forschung.

Nach jemandem, der Studien mit Kontrollgruppen gemacht hat, bevor er dir erklärt, warum du dich verhältst wie ein Höhlenmensch.

Die Realität ist nicht geil.

Aber ziemlich komisch, ehrlich gesagt.

Sein Doktortitel stammt von der Columbia Pacific University.

Einer Einrichtung, die es heute nicht mehr gibt.

Weil sie irgendwann als das entlarvt wurde, was sie war.

Eine nicht akkreditierte Titel-Fabrik.

Wissenschaftliche Strenge?

Ungefähr auf dem Niveau eines Wahrsagers auf dem Jahrmarkt.

Sein Bachelor und Master kommen von einer ähnlich fragwürdigen Adresse.

Als das öffentlich wurde, schickte Gray keine Studien als Gegenbeweis.

Er schickte Anwälte.

Lass das kurz sacken.

Ein Mann ohne handfeste wissenschaftliche Ausbildung hat der ganzen Menschheit erklärt, wie unterschiedlich Männer- und Frauenhirne ticken.

Kurios oder? 

Er selbst hat mal zugegeben: Vor dem Schreiben liest er kaum Fachliteratur.

Seine Hauptquelle ist er selbst.

Das ist ungefähr so, als würde dein Nachbar, der letztes Jahr einen Monat lang jeden Morgen den Himmel angeschaut hat, dir jetzt das globale Klimasystem erklären.

Klingt in der Kneipe bei einem Bier vielleicht überzeugend. Ist aber keine Klimatologie.

Versteh mich nicht falsch.

Mich stört es nicht im Geringsten, dass er kein Doktor ist.

Aber wenn man versucht zu Täuschen, da hört bei mir der Spaß auf.

Was echte Forschung sagt

Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus von John Gray – Kritik und Faktencheck - Höhle

Jetzt zu dem Teil, der mich beim Recherchieren fast vom Stuhl gehauen hat.

Es gibt tatsächlich Leute, die echte Wissenschaft auf die Frage losgelassen haben: Sind Männer und Frauen wirklich zwei Spezies, die sich zufällig denselben Planeten teilen?

Die Psychologin Janet Hyde zum Beispiel hat dafür 46 Meta-Analysen ausgewertet.

Studien über Studien.

Hunderttausende Teilnehmer.

Das Ergebnis, später mehrfach bestätigt: 78 Prozent aller untersuchten psychologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind klein oder praktisch nicht vorhanden.

78 Prozent.

Und jetzt wird es richtig unterhaltsam.

Die Unterschiede innerhalb der Gruppe Männer sind oft größer als die zwischen Männern und Frauen insgesamt.

Es gibt Männer, die stundenlang über Gefühle reden können.

Es gibt auch Frauen, die bei jedem Problem sofort in den Lösungsmodus schalten.

Dein Geschlecht sagt erschreckend wenig darüber aus, wie du kommunizierst.

Was viel mehr zählt: deine Erziehung, deine Erfahrungen, deine Persönlichkeit.

Warum fühlt sich das Buch für Millionen Menschen trotzdem hundertprozentig richtig an?

Weil es denselben Trick benutzt wie dein Horoskop in der der BILD.

Der sogenannte Barnum-Effekt: Aussagen, die so vage sind, dass sich jeder Mensch mit Puls irgendwo wiedererkennt.

"Männer ziehen sich manchmal zurück, wenn sie überfordert sind."

Ja.

Menschen tun das.

Unabhängig vom Geschlecht.
Unabhängig vom Sternzeichen.
Unabhängig davon, ob sie vom Mars kommen, von der Venus, oder aus Castrop-Rauxel.

Das ist keine tiefe Erkenntnis über den Kosmos.

Das ist eine Beobachtung über gestresste Säugetiere mit Smartphone.


Die Höhle, in der der Drache wohnt

Mann zieht sich in Beziehungskonflikt zurück, Höhlen Metapher aus Männer sind vom Mars Frauen sind von der Venus

Und jetzt zu dem Bild, das wirklich jeder kennt.

Selbst Leute, die das Buch nie gelesen haben.

Die Höhle.

Ein Mann, so die Theorie, zieht sich bei Stress instinktiv in seine "Höhle" zurück.

Wie ein Tier, das gerade eine Fabel-Rolle übernommen hat.

Die Frau soll das respektieren.
Ihn in Ruhe lassen.

Bis er von selbst wieder rauskommt.

Ungefähr wie ein Murmeltier im Frühling.

Klingt erstmal charmant.

Fast wie eine offizielle Erlaubnis, mal die Tür zuzumachen und Netflix zu schauen.

Ohne schlechtes Gewissen.

Aber lass uns das mal in deinem echten Wohnzimmer durchspielen.

Nicht in der Theorie.

Du kommst nach Hause.

Der Tag war die Hölle.

Dein Chef hat dich behandelt wie einen Praktikanten mit Migräne.

Du hast gerade noch Energie für die Couch.

Sie will reden.

Über euch, über ihren Tag, über irgendwas, das ihr wichtig ist.

Jetzt gibt's zwei Wege.

Weg eins: Du sagst ehrlich "Gib mir zwanzig Minuten, dann bin ich ganz bei dir." Ein Satz, der Nähe schafft, obwohl du Distanz brauchst.

Weg zwei: Du verschwindest wortlos. Tauchst ab ins Handy.

Und in deinem Kopf läuft die bequeme kleine Rechtfertigung: Ist doch okay, ich bin halt Mann, ich brauch meine Höhle.

Steht doch im diesem Buch.

Hat sich millionenfach verkauft.

Kann ja nicht falsch sein, oder?

Merkst du, was da gerade passiert?

Aus einer Metapher, die eigentlich für gesunde Selbstfürsorge stehen könnte, wird in Sekundenschnelle eine fertige Ausrede fürs Wegducken.

Und das Buch legt noch einen drauf.

Gray warnt ernsthaft, wer die Höhle betritt, werde vom "Drachen verbrannt".

Nicht einfach...Ist unerwünscht.

Nein!

Verbrannt.

Aus "ich brauch grad Raum" wird plötzlich eine Warnung vor lebensgefährlichem Terrain.

Deine Partnerin will reden, und du reagierst innerlich, als hätte sie versucht, in einen Hochsicherheitstrakt einzubrechen.

Dabei will sie vielleicht nur wissen, ob es heute noch Pizza gibt. 


Das Gummiband, der Brunnen und die Welle

Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus von John Gray – Kritik und Faktencheck - Gummiband

Das Buch liefert einen ganzer Freizeitpark voller Metaphern.

Die Höhle ist nur ein kleiner Vorgeschmack.

Gray hat für praktisch jedes Verhalten ein niedliches Bild parat.

Je genauer man hinschaut, desto mehr wirkt das ganze Buch wie ein Ikea-Katalog für Gefühle.

Hübsch illustriert.

Aber wenn du es zusammenbaust, fehlt eine Schraube.

Da ist zum Beispiel das Gummiband.

Männer entfernen sich angeblich instinktiv von Zeit zu Zeit von ihrer Partnerin.

Nicht aus Entscheidung.

Aus biologischem Zwang.

Wie ein Gummiband, das gedehnt wird.

Und wie ein Gummiband schnellt der Mann irgendwann von selbst zurück.

Angeblich sogar "mit mehr Energie" als vorher.

Klingt poetisch.

Ist aber praktisch: Zieht er sich zurück, war's das Gummiband.

Kommt er nicht zurück – nun ja, dann war's wohl kein "echtes" Gummiband.

Oder die Frau hat es "falsch gehandhabt".

Herzlichen Glückwunsch.

Du hast gerade eine Theorie erfunden, die niemals falsch sein kann.

Das weibliche Gegenstück: die Welle.

Das Selbstwertgefühl einer Frau steigt und fällt angeblich rhythmisch.

Wie eine Welle.

Der Mann soll das nicht persönlich nehmen.

Netter Gedanke, jemandem einfach zuzuhören.

Statt sofort in den Krisenmodus zu schalten.

Aber mal ehrlich: Kennst du niemanden, der einfach mal einen schlechten Tag hat?

Unabhängig vom Geschlecht?

Ich kenne mindestens einen.

Er sitzt gerade vor der Tastatur und schreibt diesen Artikel.

Und dann kommt noch der emotionale Brunnen.

Wenn eine Frau "in ihren Brunnen hinabsteigt", verarbeitet sie laut Gray alte, ungelöste Gefühle.

Er behauptet sogar: 90 Prozent aller Beziehungskonflikte kommen aus ungelösten Gefühlen der Vergangenheit.

90 Prozent!

Ohne eine einzige Studie.
Ohne Fußnote.
Ohne irgendeine Zahl, die nicht direkt aus dem Bauchgefühl des Autors stammt.

Wenn ich behaupte, 90 Prozent aller Streits zwischen mir und meinem besten Kumpel kämen daher, dass er beim FIFA immer die stärkste Mannschaft nimmt – wäre das ungefähr genauso wissenschaftlich fundiert.


Liebe als Punktesystem

Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus von John Gray – Kritik und Faktencheck - Punktesystem

Gar nicht mal so dumm, wenn man's richtig macht.

Jetzt kommt ein Kapitel, bei dem ich fairerweise zugeben muss:

Es ist nicht komplett bescheuert.

Das Punktesystem.

Grays Idee: Jede liebevolle Geste zählt für die Partnerin genau einen Punkt.

Egal wie groß oder klein.

Ein Blumenstrauß? Ein Punkt.

Der Müll rausgebracht? Ein Punkt.

Ein romantisches Wochenende? Auch nur ein Punkt.

Klingt erstmal, als würde Liebe nach den Regeln von Monopoly funktionieren.

Aber die Grundidee dahinter – viele kleine Gesten zählen langfristig mehr als seltene große – deckt sich tatsächlich mit einem der bekanntesten Befunde aus der echten Beziehungsforschung.

Stabile Paare brauchen im Alltag ein deutlich höheres Verhältnis von positiven zu negativen Interaktionen.

Nicht nur gelegentliche Häppchen der Fürsorge.

Insofern hat Gray hier ins Schwarze getroffen.

Es deckt sich mit dem Beziehungskonto-Modell.


Ein Werkzeug, das tatsächlich was taugt

Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus von John Gray – Kritik und Faktencheck - Liebesbrief

Nicht alles im Buch ist für die Tonne.

Die Liebesbrief-Technik ist ehrlich gesagt ein Werkzeug, das auch außerhalb der Mars-Venus-Bubble funktioniert.

Bevor du ein aufgeladenes Gespräch führst: Du schreibst erst für dich auf, was du fühlst.

Der Reihe nach.

Wut
Trauer
Angst
Bedauern
Und am Ende Liebe.

Klingt nach Hausaufgabe.

Ist aber im Kern simple, kluge Selbstreflexion.

Du redest nicht aus dem ersten hitzigen Impuls heraus.

Sondern aus einer Position, in der du schon einmal durch deine eigenen Gefühle durchgegangen bist.

Das hat nichts mit Planeten zu tun.

Das würde sogar bei einem Streit zwischen zwei Außerirdischen vom selben Planeten funktionieren.

Zum Schluss servierte Gray in späteren Ausgaben noch die Jahreszeiten der Liebe.

Beziehungen durchlaufen angeblich Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Mal euphorisch, mal stabil, mal fordernd, mal karg.

Nettes Bild.

Aber ganz ehrlich: Das könnte in jedem x-beliebigen Beziehungsratgeber der letzten fünfzig Jahre stehen.

Mit oder ohne Mars-Venus-Verpackung.

Es wirkt eher wie Bonusmaterial fürs nächste Buch im Franchise.

Die Fortsetzung, die keiner wirklich gebraucht hat.

Aber die trotzdem kam, weil Teil eins so gut lief.


Was tatsächlich funktioniert

Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus von John Gray – Kritik und Faktencheck - was wirklich hilft

Die gute Nachricht in dieser ganzen Geschichte:

Es gibt Forscher, die tatsächliche, echte, replizierte Arbeit geleistet haben.

Ganz ohne Höhlen, Drachen oder Gummibänder.

Der Beziehungsratgeber Rockstar Dr. John Gottman hat über Jahrzehnte tausende echte Paare in seinem Forschungslabor in Seattle beobachtet.

Nicht ein paar Anekdoten aus der eigenen Paarberatung.

Systematische Langzeitbeobachtung.

Kameras, Herzfrequenzmesser. Die Studien waren so genau, dass selbst Steuerprüfer neidisch werden würden.

Aus dieser Arbeit hat er vier Kommunikationsmuster identifiziert, die Beziehungen wirklich zerstören: Kritik, Verachtung, Rechtfertigung, Mauern-Bauen.

Er nennt sie die vier apokalyptischen Reiter.

Wer regelmäßig alle vier reitet, hat ein ernsthaftes Problem.

Völlig egal, ob er vom Mars kommt, von der Venus, oder aus dem Ruhrgebiet.

Der entscheidende Unterschied zu Gray: Das sind keine Persönlichkeitsmerkmale, die dir in die Wiege gelegt wurden.

Das sind Verhaltensweisen.

Trainierbar.
Veränderbar.
Konkret.

Du kannst lernen, Kritik zu äußern, ohne den Charakter des anderen zu demontieren.

Du kannst lernen, in einem Streit nicht dichtzumachen, sondern zu sagen, was in dir vorgeht.

Das hat nichts mit deinem Y-Chromosom zu tun.

Das hat mit Übung zu tun.

Ungefähr wie beim Bankdrücken.

Nur trainierst du hier nicht deine Brustmuskeln.

Sondern deine Fähigkeit, ein ganzer Satz zu sein.

Statt nur zu schweigen und zu hoffen, dass es vorbeigeht.

Und hier kommt der Teil, den die wenigsten Ratgeber verraten.

Weil er sich schlechter verkauft als eine hübsche Planeten-Metapher.

Diese Arbeit ist nicht kompliziert.

Sie ist nur unbequem.

Es geht nicht darum, ein neuer Mensch zu werden.

Es geht darum, in dem einen Moment, in dem du normalerweise abschaltest, einen Satz mehr zu sagen.

"Ich bin gerade überfordert."

Statt Schweigen.

"Das hat mich verletzt."

Statt Türknallen.

"Ich brauch kurz Zeit, aber ich bin gleich für dich da."

Statt einfach zu verschwinden, wie ein schlecht programmierter Roboter, dem der Akku ausgeht.

Ich geb dir ein Beispiel.

Ist mir selbst passiert.

Streit wegen irgendwas Banalem.

Dem Geschirrspüler, wie es halt so ist.

Geschirrspüler sind offenbar Streitpunkte jeder Beziehung.

Ich hab mich dabei erwischt, wie ich innerlich schon die Höhlen-Karte gezogen hab.

Ich zieh mich jetzt zurück, das ist normal, steht sogar im Buch.

Und dann hab ich mich gefragt: Ist das wirklich, wer ich sein will?

Jemand, der bei jedem Streit über einen Geschirrspüler in Deckung geht?

Nein.

Also bin ich geblieben.

Hab gesagt, was mich am Ton gestört hat.

Statt zu schweigen.

War unangenehm.

Aber genau aus solchen kleinen, zähen, unspektakulären Momenten besteht am Ende eine ganze Beziehung.


Die Frage, die du dir jetzt stellen solltest

Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus von John Gray – Kritik und Faktencheck

Ich will nicht, dass du diesen Artikel liest und danach denkst:

Toll, jetzt fühl ich mich schlecht wegen eines Buchs, das ich vor zehn Jahren mal quergelesen hab, weil meine Mutter es mir geschenkt hat.

Darum geht's nicht.

Es geht um die Frage: Wo in deinem Leben benutzt du gerade eine bequeme Geschichte, um dich vor unbequemer Arbeit zu drücken?

Nicht nur bei der Höhle.

Vielleicht bei der Art, wie du mit Konflikten umgehst.

Vielleicht bei der Art, wie du auf Kritik reagierst.

Ob du zuhörst.

Oder sofort zum Gegenangriff bläst wie ein Boxer, der Muhammad Ali sein will.

Jede dieser Gewohnheiten fühlt sich an wie "einfach, wer ich bin".

Die unbequeme Wahrheit: Die meisten davon sind erlernt.

Und was erlernt ist, kann neu gelernt werden.

Auch wenn es keine Metapher mit Höhlen, Drachen oder Gummibändern dafür gibt.


Zurück auf die Erde

Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus von John Gray – Kritik und Faktencheck - auf die Erde

Wir sind alle vom selben Planeten.

Mit unterschiedlichen Wunden, unterschiedlicher Erziehung, unterschiedlichen Ängsten.

Aber nicht, weil wir Mann oder Frau sind.

Sondern weil wir Menschen sind.

Jeder auf seine eigene, komplizierte, manchmal nervige, manchmal wunderbare Art.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Buch sich 50 Millionen Mal verkauft hat.

Es ist einfacher, an zwei Planeten zu glauben.

Als sich einzugestehen, dass gute Beziehungen harte, tägliche, unglamouröse Arbeit sind.

Arbeit, die nichts mit Sternzeichen oder Chromosomen zu tun hat.

Ein Planet ist eine Ausrede.

Eine gute Ausrede fühlt sich an wie Frieden.

Ist aber keiner.

Eher wie Fast Food für die Seele.

Schmeckt im Moment super.

Drei Stunden später bereust du alles.

Also, hier ist mein Vorschlag für den nächsten Streit.

Statt in deine Höhle zu verschwinden und auf den Drachen zu hoffen: Versuch's mal mit einem Satz.

Nur einem einzigen ehrlichen Satz darüber, was gerade wirklich in dir vorgeht.

Kein Planet der Welt kann dir das abnehmen.

Aber du kannst es lernen.

Und genau das macht dich nicht schwach.

Das macht dich zu jemandem, mit dem man es aushält.

Auf diesem einen Planeten, den wir uns alle teilen.

Ganz ohne Raumschiff.

Vergiss nicht zu reden.

Denn das Ist sexy

Dirk

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